Personenbeobachtung

von | Kategorie: Allgemein | Erstellt am 14. Januar 2011, 14:54 Uhr | Noch keine Kommentare

Man stelle sich vor: 15 Köpfe und ein gemeinsamer Auftrag: Personen beobachten und daraus erfundene Geschichten rund um diese aufstellen.

Was sich zunächst simpel anhört, wird rasch komplexer: Man solle sich nicht auf kurze und knappe Notizen beschränken, sondern solle möglichst viele Details aufgreifen. Und das ohne zu interpretieren! Während die einen in irgendwelchen Fußgängerzonen eisern Stellung bezogen, verweilten die anderen frohlockend im Café. Erste Notizen – glasklar: Haarfarbe, geschätzte Körpergröße, Angaben zu der Kleidung, ungefähres Alter, Körperstatur, geschminkt/ungeschminkt, Auffälliges an der Person… alles zunächst kein Problem. Jedoch ging es dann ins Detail, was sich gerade bei den „Opfern“ schwieriger gestaltete, welche sich in der Spähphase auch noch fortbewegten. Würde euch dann noch auffallen, was für einen Schmuck derjenige überhaupt trägt (z.B. Gold, Weißgold etc.), ob die Zähne in einem gepflegten oder ungepflegten Zustand sind und was genau auf den Oberteilen abgedruckt ist? Ebenso wurde das Verhalten dieser intensiv analysiert. Was tun sie, wie tun sie es, wie ist ihre Körperhaltung, sprechen sie, wie sprechen sie? Richtig interessant wird es, wenn Leute fünfzehn Minuten auf der Toilette verschwinden oder auch Männer, welche eine rosa Militärhose tragen und so weiter. Dementsprechend folgten darauf hin bewegte Lebensläufe, die wohl ganze Bücher füllen könnten: Dramen, Agentengeschichten und Schicksale über Weltreisende, um nur mal ein paar Stichpunkte zu nennen.

Die Aufgabe dient nicht nur dazu, die Kreativität zu fördern und die grauen Zellen der Stagies anzuregen, sondern auch dazu, die Beobachtung zu schulen. Gerade in der heutigen Zeit neigen wir innerhalb der Informationsgesellschaft dazu, viele Daten aufzunehmen, dabei allerdings nur oberflächliches und kurz formuliertes zu beachten.

In diesem Sinne: Probiert es aus, ihr werdet überrascht sein.

PS:. Ach so, achtet besser darauf, dass sich die ausgewählten „Opfer“ nicht allzu sehr beobachtet fühlen. ;)

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